
"Hotel zu den zwei Welten" von Eric-Emmanuel Schmitt
Worum es im Stück geht
Kein Gast weiß, wie er in das Hotel zu den zwei Welten gelangt ist. Niemand weiß, wann er es wieder verlassen und wohin er dann gehen wird. An diesem merkwürdigen Ort ist alles möglich, sogar Wunder. Die Krüppel erlangen den Gebrauch ihrer Glieder wieder, die Lügner sagen die Wahrheit. Der geheimnisvolle Doktor S., der die Gäste während ihres Aufenthaltes betreut, lässt deren Fragen nur noch drängender werden.
Das Stück erzeugt eine metaphysische Spannung, bewegt es sich doch zwischen Traum und Realität, Leben und Tod, Komödie und Tragödie. Der Autor zeigt, dass das Geheimnis selbst Anlass zur Hoffnung gibt.
„Leben ist nicht selbstverständlich, es ist ein seltsames Geschenk, dass man, bekommt man es zum zweiten Mal, besser zu schätzen weiß. Einzig die, die dem Tod entronnen sind, können Dankbarkeit empfinden. Ist das Glück vielleicht mit dem Nachdenken über den Tod verbunden? Sich dem Geheimnis überlassen, darum geht es in diesem Stück…“ (Éric-Emmanuel Schmitt)
Was uns daran interessiert
"Ach nein, das Thema gibt es schon, gab es schon und wird auch nicht aktueller."
"Unglaublich fantasievoll, diese verschiedenen Typen und Mileus - hat man erst tausendmal gesehen."
So oder ähnlich war unser erster Zugriff auf das Stück.
Und doch haben wir es in Angriff genommen? Nein: DESWEGEN haben wir uns mit ihm auseinandergesetzt - mit all seinen Klischees, seinen festen Erwartungen, seinen vorhersehbaren Strukturen, seinen wenigen Überraschungen.
Denn genau darin steckt der Reiz, im "Normalen", in uns selbst, die wir alle Facetten dieser Figuren auf der Bühne in uns tragen.
Es sind die Gegensätzlichkeiten der Charaktere und die dadurch entstehenden Beziehungen, es ist das Leben selbst.
Wer es geschrieben hat
Éric-Emmanuel Schmitt (* 28.03.1960 in Sainte-Foy-lèsLyon), promovierter Philosoph, beschäftigt sich in seinen Stücken und Romanen immer wieder mit existenziellen Fragen. Éric-Emmanuel Schmitt ist bereits mit zahlreichen Preisen bedacht worden. Schon mit seinem zweiten Stück, „Le Visiteur“ wurde er 1993 mit dem Theaterpreis „Molière“ den besten Autor, für die Theaterentdeckung des Jahres, sowie für das beste Schauspiel ausgezeichnet. Im Jahre 2000 ehrte ihn die Académie Française mit dem Grand Prix du Théâtre für sein Gesamtwerk. Éric-Emmanuel Schmitt entwickelte sich binnen zehn Jahren zu einem der weltweit meistgelesenen und meistgespielten französischsprachigen Autoren.
Bei einer Umfrage unter der Fragestellung: „Welche Bücher haben Ihr Leben verändert?“ (durchgeführt von der Zeitschrift Lire) wird sein Roman „Oskar und die Dame in Rosa“ zusammen mit der Bibel, den Drei Musketieren und dem Kleinen Prinzen genannt.
Éric-Emmanuel Schmitt lebt in Brüssel. Alle seine Werke sind im Verlag Albin Michel erschienen.
„Das Hotel zu den zwei Welten“ (erschienen 1999) wurde am Théâtre Marigny in Paris in der Spielsaison 1999/2000 durchgehend aufgeführt. Wegen des großen Anklangs musste das Stück dreimal hintereinander neu besetzt werden. (Quelle: www.eric-emmanuel-schmitt.com)















